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Home > DBOS 30.07.2010 
Aktuelles Einleitung Gründe Anforderung Termine

EURO 2008 - Digital am Ball


Die EURO ist vorbei! Und Spanien ist Europameister. Auch uns interessieren die vielen sportlichen Highlights, auch wir haben mitgefiebert mit den Mannschaften. Aber was aus Sicht des Projektes „Digitalfunk BOS Austria“ noch wichtiger war: Die Sicherheit der Menschen. Polizisten sorgten für die friedliche Stimmung in den Fanzonen, die Rettung versorgte kleinere und größere Verletzungen, die Feuerwehr sorgte für reibungslose Abläufe. Und für all diese Aufgaben brauchen Sie den Digitalfunk.

Den Nutzern des Digitalfunks bleibt von der EURO vor allem folgendes in Erinnerung: Das neue digitale Funknetz hat hervorragend funktioniert. Auch die Einsatzorganisationen in den neuen Digitalfunk-Städten Salzburg und Klagenfurt waren begeistert vom neuen System.
Insgesamt wurden ca. 8 Millionen Funksprüche während der EURO gesendet.Zu Spitzenzeiten waren auf einer Basisstation über 900 Geräte eingebucht.
Insgesamt sind nun schon über 22.000 Endgeräte am Netz angemeldet.

 
  Fotonachweis: BM.I
 

Foto: BM.I




Aber wie toll das gesamte System funktioniert hat, sagen nicht nur wir. Wir lassen andere sprechen – die User des Digitalfunks:

Bernd Noggler, Land Tirol:

Das Digitale Funknetz hat hervorrangend funktioniert. Die Kommunikationsrichtlinien im übergeordneten Kommunikationsverkehr haben sich bewährt. Ich freue mich, dass das Netz alle Belastungen (1800 Geräte, fast 80 Sprechgruppen) problemlos verkraften konnte.

Polizist aus Deutschland, Einsatz in Klagenfurt bei EURO:

Beim G8 Gipfel in Heiligendamm im Juni 2007 waren wir mit dem Digitalfunk überhaupt nicht zufrieden, deshalb haben wir zum Einsatz hier bei der EURO unsere eigenen, analogen Funkgeräte mitgenommen. Diese mussten wir aber dann gar nicht benutzen, weil der Digitalfunk hier in Klagenfurt so gut funktioniert hat!

Erwin Reichl, Branddirektor Berufsfeuerwehr Innsbruck:

Die Feuerwehr Innsbruck war grundsätzlich für Sicherheitsaufgaben im Stadion, aber auch in den Fanzonen zuständig. An den Spieltagen waren rund 290 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der freiwilligen Feuerwehr im Einsatz, auch 45 Personen der Berufsfeuerwehr München wurden extra für die EURO hinzugezogen.
Alle wurden mit Digitalfunk ausgestattet, auch alle Feuerwehren, die bislang noch nicht ausgestattet waren. Für jeden Bereich gibt es eine eigene Sprechgruppe – dies ging früher nicht, es funktioniert optimal! Die Einsatzleiter der verschiedenen Organisationen haben untereinander eigene Gruppen, so funktioniert die Kommunikation gut. Auch die Münchner Berufsfeuerwehr hat digitale Funkgeräte erhalten. Die Umstellung verlief ohne Probleme; sie wollten nur wissen welche Gruppe sie benutzen können, und konnten sofort funken. Die Vorteile des Digitalfunks für die Feuerwehr in Innsbruck sind folgende: Im neuen System gibt es mehr Gruppen, die man im Bedarfsfall aufsplitten kann – dies ist vor allem von Vorteil für Großevents wie die EURO. Oder man kann über die Leitstelle die verschiedenen Gruppen schnell zusammenschließen.
Endlich gibt es einen einheitlichen Funk für das ganze Land – mit dem analogen System war man regional beschränkt. Auch die SDS – Funktion bringt Vorteile: Man bekommt Informationen, ohne lang kommunizieren zu müssen. Durch den Direktruf kann man schnell die Kommandanten erreichen, auch wenn ich nicht wusste, in welcher Gruppe dieser gerade eingebucht ist. In Innsbruck war an den Spieltagen, meistens direkt nach den Spielen, das Handynetz belegt, es hat oft länger gedauert bis man telefonieren könnte, bzw. gab es teilweise gar keine Verbindung. Aber der Funk war super!

Christian Schneider, Gesamteinsatzleiter des Roten Kreuzes für die EURO in Innsbruck:

Die Aufgaben des Roten Kreuzes in Innsbruck während der EURO umfassen den regulären Rettungsdienst, sowie die Betreuung von Veranstaltungen, also den normalen Sanitätsdienst vor Ort (Stadion und die drei offiziellen Fanzonen in Innsbruck). An den Spieltagen spricht man von der „Großunfall- und Katastrophenvorsorge“.

Für die EURO wurden zusätzliche Einsatzkräfte akquiriert: Vom Bayrischen Roten Kreuz helfen 90 Kollegen, weiters gab es Unterstützung vom Bundesheer, Weißen Kreuz Südtirol, vom Roten Kreuz Vorarlberg und anderen befreundeten Organisationen wie z.B. der Wasserrettung.
Alle Einsätze des Roten Kreuzes wurden mit dem Digitalfunk abgewickelt, im Routinebetrieb funktioniert es einwandfrei! Bei den bisherigen Veranstaltungen in Innsbruck kann man voll zufrienden sein.
 
  Fotonachweis: BM.I
 

Foto: BM.I

Der große Vorteil vom Digitalfunk ist die große Anzahl an Sprechgruppen. Diese sind einheitlich in den Bezirken, also wenn man von einem Bezirk in den anderen kommt, kennt man sich sofort aus, weil sie dort gleich strukturiert sind. Außerdem gibt es die Möglichkeit mit den anderen Einsatzorganisationen zu kommunizieren – bei der EURO steht die technische Kommunikation aber nicht so im Vordergrund, es wird mehr persönlich kommuniziert, weil die EURO gut geplant ist. Bei ungeplanten Großereignissen bzw. Katastrophen wird dies viel wichtiger sein!



Christian Roth, Rettung Wien (MA 70), Vorgesetzter vom Notruf 144:

Die Wiener Rettung hat während der EURO nur Sprechfunk verwendet, keinen Datenfunk. Es gab keine merkbaren Ausfälle, es ist alles rund abgelaufen. Bei der Wiener Rettung wird seit einem Jahr nur mehr digital gefunkt. Die Aufgaben der Rettung während der EURO sind gleich geblieben, es gab nur ein verstärktes Aufgebot an Personal. Auch die Summe der Funkgeräte blieb gleich, es wurden jedoch mehr Funkgeräte gleichzeitig genutzt, und so kam es zu einem vermehrten Funkaufkommen.
Generell kommuniziere ich mit Rettungs-hubschraubern, dem MBKF, Polizei und Feuerwehr. Aber zum Glück ist kaum was passiert in Wien – aber die Rettung wäre vorbereitet gewesen!

Josef Kneisl, Magistratsdirektion Geschäftsbereich Organisation und Sicherheit; Gruppe Krisenmanagement und Sofortmaßnahmen; Dezernat Zivilschutz, Krisenmanagement und Sicherheit, Stadt Wien:

Ca 600 Personen wurden in der Handhabung mit Digitalfunk ausgebildet. Das Personal ist während der EURO gleich geblieben. Alle Magistratsabteilungen, die während der EURO Bereitschaft hatten, haben redundant Geräte erhalten. D.h. Mobilfunk und Festnetz sind neben dem Digitalfunk auch in Verwendung. Es hat alles bestens funktioniert, es gab keine negativen Rückmeldungen. Der Vorteil des Digitalfunks liegt klar auf der Hand: Ich kann alle Magistratsabteilungen und alle Einsatzkräfte miteinander verbinden.
Generell kann man den Digitalfunk mit dem analogen Funk nicht vergleichen: Beim digitalen Funk kann ich mit einem Funk alle Organisationen erreichen! Das System ist komplett unabhänging von privaten Betreibern, außerdem muss man sich auf das System verlassen können. Da das Funkgerät so viel kann, müssen die User regelmäßig geschult werden, damit sie diese vielen Möglichkeiten auch nützen. Alle wichtigen Entscheidungsträger sind mit Digitalfunk ausgestattet!

Stefan Mantel, Wasserrettung Tirol:

Im Zuge der EURO wurden bei der Wasserrettung mehr Geräte angeschafft (nun sind es ca 75). An jedem Spieltag waren 45 Personen im Einsatz. Die Wasserrettung ist für die Überwachung der Fließgewässer zuständig. Es wurde vor der Inn und der Sill überwacht, falls jemand baden gehen bzw. reinspringen will (Wassertemperatur hat nur knappe 10 Grad!)

Willi Nagenzaun, Funkreferent Wasserrettung Tirol:

Funktechnisch gab es keine Probleme bei der Wasserrettung. Bei der Einsatzleitstelle war das Rote Kreuz, Wasserrettung, Feuerwehr, Landeswarnzentrale und Gemeindeeinsatzleitungen vertreten, die alle eine eigene Sprechgruppe haben. Bei der Einsatzleitstelle wurde es dann an die betreffende Gruppe weitergegeben. In den Gebäuden funktioniert der Funk teilweise besser als früher die Analoggeräte. Vor allem sind die digitalen Geräte kleiner als früher die analogen.

Herbert Herzog, Fachbereichsleiter Telekommunikation Polizei Kärnten:

Die EURO ist für die Kärntner Polizei gut gelaufen! Wir waren zufrieden mit dem digitalen Funknetz, und warten auf den Netzaufbau in ganz Kärnten. Wir hoffen, dass sich die Politik bald dafür entscheidet! Wir hatten 650 Geräte zur Verfügung, davon haben wir 50 Stück an die anderen Blaulichtorganisationen ausgeteilt. 150 Geräte gab es für die Kollegen aus Deutschland. 6 Geräte bekam das Bundesheer, auch sie waren zufrieden. Es gab keinen Funk mit den den anderen Einsatzorganisationen, es war nicht notwendig.

Walter Mack, Polizei Kärnten:

Nachdem die Spiele in Klagenfurt vorbei sind, ist die Polizei nur mehr beim Public Viewing vertreten – aber dies ist nicht mehr Arbeit als ein Volksfest. Beim Digitalfunk herrscht große Zufriedenheit bei Polizei und den anderen BOS. 930 Geräte waren zu Spitzenzeiten auf einer Station eingebucht.
Das Rote Kreuz hatte ca 10 Geräte, auch das Bundesheer und die Feuerwehr. Am Anfang herrschte große Skepsis gegenüber dem Digitalfunk, weil eben das Netz erst kurz vorher fertig wurde und die Einschulung bei den Geräten nur sehr kurz war.
Die Verfügbarkeit des Netzes hat bestens funktioniert, es sind keine Probleme aufgetreten. Auch die Skeptiker wurden überzeugt. Die Gruppen waren gut strukturiert.

 
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Foto: BM.I




Josef Pobegen, Kommandant Berufsfeuerwehr Klagenfurt:

Unsere Erwartungen wurden voll erfüllt! Wir haben das Funksystem als Führungsfunk auf der Ausfallebene verwendet. Es gab keine Einsatz für die Feuerwehr, also wurde das neue System nur zu Testzwecken eingesetzt. Wir haben auch mit den anderen Einsatzkräften gefunkt, es hat alles einwandfrei funktioniert. Wir hatten gemeinsam mit dem Roten Kreuz, Bergrettung, Wasserrettung, Notärzten und dem psychologischen Dienst 52 Geräte im Einsatz. Tetron konnte definitiv einen Schritt zur Akzeptanz in Kärnten vorwärts setzen.

Andreas Zenker, Sprecher Sanitätsteam Wien:

Der Digitalfunk funktioniert wunderbar! Bei der EURO ist natürlich wesentlich mehr zu tun. An den Spieltagen haben wir 850 Sanitäter und 60 Notärzte verteilt in ganz Wien im Einsatz. Bei der EURO sind in Wien die fünf Rettungsorganisationen (Wiener Rotes Kreuz, Arbeiter Samariterbund Wien, Johanniter-Unfall-Hilfe Wien und Malteser Hospitaldienst Austria sowie die MA 70 (Wiener Rettung) und die Magistratsdirektion - Gruppe Krisenintervention und Sofortmaßnahmen, sowie dem Wiener Krankenanstaltenverbund und beim Bundesheer die Kommandostruktur mit Digitalfunk ausgestatten, diese Organisationen müssen miteinander kommunizieren können. Alles läuft sensationell über TETRA!
Die Bedienung der Geräte ist schnell erlernbar, die Geräte sind klein und praktisch. Außerdem halten sie was aus – sie sind uns schon ein paar mal runtergefallen, und sie funktionieren noch immer. Der Funk reicht auch über größere Distanzen, auch außerhalb von Wien haben wir probiert zu funken. In Summe waren in Wien beispielsweise am 19.6.2008 53 Notärzte und 780 SanitäterInnen im Euroeinsatz.

Statement Ing. Norbert Welzl, ORF-Sicherheit:

Die EURO 2008 war für den ORF eine große Herausforderung hinsichtlich der sportlichen als auch chronikalen Berichterstattung. Da der ORF als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt auch die Aufgabe hat, im Krisen- und Katastrophenfall die Bevölkerung verlässlich und sicher mit Informationen zu versorgen ist es wichtig, eine ausfallsichere Kommunikationsschiene zwischen den Behörden und dem ORF zu haben. Mit der EURO 2008 wurden sowohl stationäre als auch Handfunkgeräte dem ORF von der Stadt Wien als Landesbehörde zur Verfügung gestellt, um einerseits erste Erfahrungen mit dieser Technologie zu sammeln als auch für die Zeit danach den sicheren Umgang mit dieser Notkommunikationsmöglichkeit, falls Fest- und Mobilnetze zusammenbrechen, mit den Landes- und Bundesbehörden geübt zu haben. Wir haben folgende Geräte: 3 fixe (Ö3, Landesstudio Wien (Funkhaus), ORF-Zentrum Küniglberg (Newsroom)) und 4 Handfunkgeräte (Ö3, Landesstudio Wien, Zeit Im Bild-Chronik und Sicherheitsabteilung).

Herbert Witzgall, Polizeidirektor aus München, der die Polizei in Salzburg unterstützt:

Da wir in Deutschland noch das analoge Funksystem verwenden, waren wir auf den Digitalfunk sehr gespannt und neugierig. Wir waren dann vom Digitalfunk BOS-Austria positiv überrascht:
Man kann einwandfrei funken, die Sprachqualität ist sehr gut, auch die Inhouse Versorgung funktioniert tadellos!

Kurt Baumgartinger, Rotes Kreuz Salzburg:

Wir hatten 10 Endgeräte zu Testzwecken, und wir sind voll begeistert!! Der große Vorteil ist die Durchführung von Einzelrufen und dass die Führungskräfte die Möglichkeit haben, untereinander zu kommunizieren! Ich war überrascht dass ich jetzt mit dem Roten Kreuz in Wien funken konnte! Außerdem kann man SDS verschicken, dies ist ressourcenschonend. Mit der Akku-Leistung war ich nicht ganz zufrieden. Das neue Funksystem steht für Sicherheit und Gesundheit – es sollte nicht an den Kosten scheitern, dass so ein Netz gebaut wird! Man sollte Möglichkeiten des neuen Netzes ausnutzen!

 
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Foto: BM.I




Norbert Altenhofer, Referat Katastrophenschutz, Land Salzburg:

Wir hatten 37 Endgeräte zu Testzwecken. Bei der Sprachqualität gab es gute Rückmeldungen, ebenso bei der Indoor-Versorgung. Der Digitalfunk bietet neuen Komfort für die Sicherheitskräfte.

Reinhard Krallinger, Landesfeuerwehrverband Salzburg:

Die Feuerwehr hatte 10 Geräte. Die Versorgungsqualität war super. Die Bedienung war leicht erlernbar, alle konnten gleich mit den Funkgeräten umgehen.

Wolfram Kösteler, BH Salzburg-Umgebung:

Wir hatten 4 Geräte im Einsatz. Die Sprachqualität war ausgezeichnet – wir haben parallel analoge Geräte, mit denen ist die Sprachqualität wesentlich schlechter! Mit Digitalfunk ist es für uns wesentlich einfacher, mit LPK, RK, etc in Kontakt zu treten.

Peter Mayr und Johann Aigner, LPK Salzburg:

Wir haben 400 user, und es gab beispielsweise 15.000 Gespräche während dem Match SWE-GRI. Die Technik hat klaglos funktioniert! Es gab 180 Gespräche gleichzeitig, bei 18 definierten Sprechgruppen. Es gab überhaupt keine Probleme, das neue System ist optimal!
Handling mit den Funkgeräten wurde rasch erlernt, deshalb war der Einsatz problemlos. Auch die Sprechqualität war glasklar, etwas schlechter war die Qualität über das Headset. Aber man kann sagen, dass sich das System total bewährt hat!

Statement Inspektor Daniel Plank, EE ULAN 33 (die EE dient zur Unterstützung der WEGA):

Aufgaben: Regeldienst in der Einsatzeinheit, großer Sicherheits- und Ordnungsdienst in der Innenstadt, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung heben. Nach dem Match Österreich-Deutschland wurden im Bermudadreieck (Schwedenplatz, 1. Bezirk) Trennriegel aufgestellt, weil die Fans aggressiv wurden. Sie warfen Flaschen und Barhocker, doch durch das Einziehen eines Trennriegels wurden gröbere Auseinandersetzungen vermieden. Drei mutmaßliche Täter wurden festgenommen und angezeigt. Telefonisch hätte man nicht so schnell die Kräfte zusammenziehen können. Binnen kürzester Zeit waren durch den Funk sämtliche Kräfte vor Ort und die Gefahr eines größeren Raufhandels war gebannt.


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